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| Betrifft: Eintrag ins Gästebuch von Helmut Kliß 30. Juli 2009 - 19:57 Uhr aus Neubukow, MV | |||
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Wer
im Vogtland noch reine Bauerndörfer sehen will, muß vorallem
in dem Gebiet zwischen Elster und Saale wandern. Wenn wir im Eisenbahnzug
von Plauen über Schönberg, Reuth nach Hof fahren, erquickt
uns immer wieder der Blick in das Becken, in dem die Dörfer Drochaus,
Leubnitz, Rößnitz, Rodau, Kornbach und Tobertitz liegen
und das noch ganz in allen seinen landschaftlichen Reizen zu uns spricht.
Fabriken mit rauchenden Schornsteinen, überhaupt industrielle Anlagen
irgendwelcher Art sind ihnen fern geblieben. Hier haben wir noch reine
vogtländische Landschaft vor uns, deren Menschen in echten,
rechten Bauerndörfern wohnen. So ein vogtländisches Bauerndorf
alten Schlages ist auch Tobertitz. Rechts und links des Goldbaches
liegen die Gutshöfe. Der Siedlungsforscher belehrt uns, daß
Tobertitz seiner Ortsform und Fluraufteilung nach zu jenen Dörfern
gehört, die slawischen Ursprungs sind und deren slawische Blockflur
schon Waldhufenbildung zeigt, mithin die Merkmale jener slawisch-deutschen
Übergangsformen aufweist, die im Vogtland häufig anzutreffen
sind.
"Das Dorf Tobertitz besteht besteht aus 56 Wohngebäuden
mit etwa 300 Einwohnern, welche zum Teil Ackerbau treiben, zum Teil
aber auf dem Rittergut mit Handarbeit beschäftigt sind oder durch
Weißnähen sich ihren Unterhalt verdienen. Das Rittergut hat
nach geschehener Landesvermessung mit Einschluß einiger angekauften
Wald- und Wiesengrundstücke 850 Areal Acker, und der nicht ganz
undankbare Boden liefert bei sorgfältiger Bearbeitung völlig
zufriedenstellende Ernten, sogar von Raps, Rüben und Weizen. Zum
Rittergute gehören eine treffliche Schäferei und eine Ziegelhütte.
Die Gegend von Tobertitz ist nicht unfreundlich, und von der eine halbe
Stunde seitwärts sich hinziehenden Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn
fällt der Ort recht angenehm ins Auge. Nach Plauen verkauft das
Dorf seine landwirtschaftlichen Produkte."
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