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Tobertitz.
Peter Unger aus Tobertitz
hat sich eine seltene Auszeichnung verdient. Der Wahl-Vogtländer
ist mit dem Thüringer Bratwurstpreis 2008 ausgezeichnet
worden. Unger, der nach der Heirat mit Kreisarchivarin Sigrid
Häßler seit Dezember im Heimatdorf seiner Frau
wohnt, erhielt das mit einer Sau geschmückte Unikat aus
Arnstädter Kristall für die Entdeckung des ersten
Nachweises der Thüringer Bratwurst. Dieser gelang ihm
vor acht Jahren und war der Impuls für das 1. Deutsche
Bratwurstmuseum in Holzhausen bei Arnstadt und die Gründung
des Vereines "Freunde der Thüringer Bratwurst".
Dabei
hatte Unger gar nicht dem ersten Auftauchen des bekanntesten
Thüringer Produkts nachgeschnüffelt
und war sich nicht bewusst, was er
da am 13. Juli 2000 entdeckt hatte.
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"Ich
habe nach der ersten Erwähnung des Arnstädter Biers gesucht",
erzählt der 48-jährige, der Vorsitzender des Thüringer
Geschichtsvereins ist. "l g vor darme czu brotwurstin",
notierte ein Schreiber in einer Rechnung des Arnstädter Jungfrauenkloster
aus dem Jahr 1404. Erst als eine Regional-zeitung Ungers kurze Notiz
dazu zu einer großen Geschichte machte, ging dem Archivar
die Bedeutung seines Fundes auf. Bisher waren immer die Jahreszahlen1595
und 1617 als "Geburtsdatum" der Bratwurst kursiert. Dann
ging es Schlag auf Schlag: Riesen-Feier zu 600 Jahren Bratwurst
2004 in Erfurt, Museum, Verein, nun der erst zum zweiten Mal verliehene
Preis. Vorgenommen hat sich Unger das Schreiben einer Thüringer
Bratwurstfibel.
Der Archivar selbst beißt gerne in die gebrutzelte Leckerei.
"Bratwurst und ein gutes Bier sind schon etwas Ordentliches",
meint der Geschichtsfachmann. Und wie sind die vogt-ländischen
Bratwürste? "Sie schmecken anders", antwortet Unger
diplomatisch. Er lebt derzeit als freier Autor und sucht jetzt nach
neuen Aufgaben in der Region. An der Ausstellung zum Jubiläum
650 Jahre Stadt Oelsnitz im Kreisarchiv hat er sich beteiligt.
Vor allem neue Felder in der Geschichtsforschung der Region haben
sein Interesse geweckt. "Ich habe ernsthaft die Absicht dazu.
Man muss doch was über die Ecke machen, in der man lebt",
sagt der Archivar. Ganz einfach ist das nicht: 48 Jahre war Arnstadt
sein Lebens- und Arbeitsmittelpunkt - auch für die fünf
Jahre, in denen er zwischen Thüringen und dem Vogtland pendelte.
Was Unger besonders merkt: Das Wetter im Vogtland ist anders, kühler,
rauer. Kein Vergleich zum geschützten Klima im Schatten des
Thüringer Waldes. (hagr)
Bericht aus der "Freien Presse" von Donnerstag,
dem 29. Mai 2008 |
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